|
14.01.2026
08:00 Uhr
|
Putin hat die Ambivalenz des Europa-Bildes der Russen benutzt, um politische Brandmauern zu ziehen. Doch der Kontinent bleibt der Fixpunkt russischen Denkens.

Herabsetzungen und Vernichtungsphantasien durchziehen das Europa-Bild der russischen Führung. Die Radikalisierung in Wladimir Putins Politik ist auch in der Rhetorik gegenüber den Europäern zu erkennen. Das zeigen etwa seine Schweine-Vergleiche: Anfang 2019, als Russlands Krieg in der Ukraine noch mehr oder minder verdeckt war, bezeichnete Putin die europäischen Regierungen als „zustimmend grunzende Satelliten“ der Amerikaner. Im Dezember bedachte er sie mit einem Wort für junge, wilde, aber schon schlachtreife Schweine. Bei einem Auftritt vor Militärs übernahm Putin damit einen Ausdruck seines Adlatus Dmitrij Medwedjew, der auf Telegram fast täglich mit neuer Hetzrhetorik aufwartet.
Bei der portugiesischen Präsidentenwahl könnte der Chega-Kandidat in die Stichwahl kommen. Brasilianische Einwanderer haben geholfen, die migrantenfeindliche Partei groß zu machen.
In Australien trat das weltweit erste Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche in Kraft. Einen Monat später sieht sich die Regierung bestätigt: „Down Under“ habe gesellige Sommerferien erlebt.
In den Ländern setzen sich Beauftragte für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus ein. Dafür werden sie angefeindet. Die F.A.Z. hat sich bei ihnen umgehört.
Politischer Korrespondent für Russland und die GUS.
Schlagworte: