FAZ 26.11.2025
17:04 Uhr

(+) Romanwahrheit über Russland: Seine Kriegspropaganda war Putin zu ehrlich


Zu enthüllend und deswegen schon zensiert, bevor er überhaupt verkauft werden konnte: Der Roman „Lemner“ des Stalinisten Alexander Prochanow besingt und entblößt zugleich Russlands Gewaltorgien.

(+) Romanwahrheit über Russland: Seine Kriegspropaganda war Putin zu ehrlich

Im sich dem Ende zuneigenden vierten Jahr von Russlands Großinvasion in die Ukraine hat die russische Literatur ein Opus hervorgebracht, das mit von der Zeit­geschichte inspirierten Helden, barocker Sinnlichkeit, märchenhaften Spezialeffekten und dem Schwelgen in Grausamkeiten den gewaltsamen Umbau des Landes feiert. Der 87 Jahre alte stalinistisch-imperialistische Schrift­steller Alexander Prochanow hat im Spätsommer seinen Roman „Lemner“ ver­öffentlicht, dessen Titelheld eine Fantasy-Version des vorbestraften Kriegsunternehmers und langjährigen Putin-Vertrauten Jewgeni Prigoschin ist.

In Putins Reich wächst in der Bevölkerung die Zustimmung zum Handeln der Regierung. Wer Widerstand leisten will, hat kaum Möglichkeiten: Eine Tagung in Berlin zur Lage in Russland

Der US-Sondergesandte Witkoff steht in der Kritik, weil er Moskau Tipps zum Umgang mit Trump gegeben haben soll. Die dürfte Putin aber gar nicht nötig haben.

Kiew und Washington loben ihre Gespräche. Von einer Deadline bis Donnerstag und einem 28-Punkte-Plan ist keine Rede mehr. Russland setzt seinen Krieg unvermindert fort.

Freie Autorin im Feuilleton.

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