FAZ 27.11.2025
20:40 Uhr

(+) Rentenstreit: Junge Gruppe bestätigt Einschüchterung durch Spahn – aber beschwichtigt


Beim Rentenstreit wird mit immer härteren Bandagen gekämpft. Auch die Opposition gießt Öl ins Feuer. Die Linke attackiert die Junge Gruppe und fordert ein Ende des Sparens.

(+) Rentenstreit: Junge Gruppe bestätigt Einschüchterung durch Spahn – aber beschwichtigt

In der kommenden Woche könnte das Rentenpaket von Union und SPD auf der Tagesordnung des Bundestages stehen. Ob sich diese Prognose des SPD-Fraktionsvorsitzenden Matthias Miersch tatsächlich bewahrheitet, war am Donnerstag aber zunächst noch ungewiss. Angeblich wird in der Auseinandersetzung mit immer härteren Bandagen gekämpft. Der Vorsitzende der Unionsfraktion, Jens Spahn (CDU), soll einzelne junge Abgeordnete dadurch unter Druck gesetzt haben, dass er andeutete, sie könnten ihre Listenplätze zum Wiedereinzug in den Bundestag verlieren, wenn sie nicht für das Rentenpaket stimmten. Das berichtet die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf „mehrere Mitglieder der Jungen Gruppe“. Diese hätten Spahns Andeutungen als „eindeutige Drohung verstanden“. Ein Angehöriger der Jungen Gruppe bestätigte Spahns Einschüchterungsversuche gegenüber der F.A.Z. Das sei aber auch dessen Aufgabe, fügte er an. Es bestehe „kein Grund zur Panik“.

Alle zwei Jahre trägt die OECD umfangreiche Daten zur Altersvorsorge zusammen. Es zeigt sich: Die Rentenhöhe ist in Deutschland deutlich niedriger als in anderen Industrieländern. Wer es besser und anders macht.

Der Wirtschaftsweise Martin Werding kritisiert die Rentenpolitik der Bundesregierung. Im Interview erklärt er, welche Reformen das Land jetzt bräuchte – und warum sie Politiker nicht das Amt kosten müssen.

Verbeamtete zahlen nicht in die Rentenkasse. Das sorgt für Ärger. Insgesamt geht es den Staatsdienern finanziell aber nicht ganz so überragend, wie viele glauben.

Wirtschaftskorrespondent in Berlin

Wirtschaftskorrespondentin in Berlin

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