FAZ 19.11.2025
07:57 Uhr

(+) Psychologische Intensivhilfe: Begleiterinnen durch Extremsituationen


Die Psychologinnen Laura Quattek und Angeliki Tsiouris arbeiten auf den Intensivstationen des Klinikums Darmstadt. Sie begleiten Patienten, Angehörige und Klinikpersonal durch Extremsituationen.

(+) Psychologische Intensivhilfe: Begleiterinnen durch Extremsituationen

Wenn das Gegenüber das Atmen vergisst, ahnt Laura Quattek, welcher Sturm gerade im Inneren tobt. Wer aus Überforderung weder ein- noch ausatmet, der hofft, die Zeit anhalten zu können. Der will für ein paar ausbleibende Atemzüge nicht, dass sich die Welt weiterdreht, dass die Informationen, die gerade ausgesprochen wurden, Wirklichkeit werden. Laura Quattek weiß, dass der nächste Atemzug kommen wird. Ihr Gegenüber weiß das auch. Der Körper lässt sich nicht austricksen, die Zeit lässt sich nicht anhalten, Gesagtes nicht ungesagt machen.

Es gibt typische Anzeichen, wann die Zeit gekommen ist. Palliativmedizinerin Claudia Bausewein erklärt, was am Sterben individuell ist, was die Sterbenden selbst mitbekommen und was Angehörige wissen sollten.

Nach einem Unfall ist der britische Schriftsteller Hanif Kureishi vom Hals abwärts gelähmt. Sein schonungsloses Memoir zeigt den Kampf eines Mannes, der das Leben liebt.

Im klinischen Alltag entscheidet gute Kommunikation oft über Leben und Tod. Doch Mediziner, Pflegekräfte und Patienten verstehen einander oft falsch.

Stellvertretende Ressortleiterin der Rhein-Main-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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