Kurz bevor am Hamburger Thalia Theater der „Prozess gegen Deutschland“ beginnt, sagen noch ein paar Leute ab. Der Regisseur Milo Rau will an diesem Wochenende in fünf Sitzungen ein mögliches AfD-Verbot verhandeln und bringt dazu einen inszenierten Prozess mit echten Juristen, Experten und politischen Akteuren auf die Bühne. Die sollen in fünf Sitzungen, ohne vorher abgesprochenes Skript, ein Parteiverbot, und eine Reihe von anderen Fragen diskutieren. Am Ende werden sieben Geschworene aus der Zivilgesellschaft ein Urteil sprechen. Angeklagt sei Deutschland, nicht die AfD, so Rau in seiner Auftaktrede, „denn kein Staat, keine Partei, kein System hat Macht, Macht haben nur wir, das Volk.“
