Der Iran steht im Aufbruch. Doch der geistliche Führer der Islamischen Republik und deren Präsident sprechen in vorbereiteten Sätzen; jedes Wort klingt, als käme es aus einer anderen Epoche. Beide verstecken sich hinter den Revolutionsgarden, jenen Kindern der Revolution, die den trügerischen Glanz des Regimes bewachen. Ihre Gewehre zeigen auf die Gegenwart, die sie fürchten. Tief unter dieser Schicht aus Gewalt regt sich etwas, das kein Regime bannen kann: der Zorn einer Nation, die gelernt hat, im Schatten zu kämpfen. In ihr hat sich eine Generation hervorgebildet, die die Sprache der Dunkelheit besiegt und an das unzerstörbare Bedürfnis erinnert, den Himmel über sich selbst zu öffnen. Und in dieser Erinnerung, die zugleich Traum und Trotz ist, erhebt sich eine Frage, die stärker klingt als jedes Gebet: Wie lange kann ein System überleben, das seine Zukunft im Menschenblut ertränkt?
