FAZ 14.01.2026
16:44 Uhr

(+) Proteste in Iran: Die politische Selbstaufklärung einer Nation


Die aktuelle Protestwelle in Iran ist auch eine kulturelle Neucodierung von Zukunftsfähigkeit. Die neue Generation will Autor ihrer eigenen Moderne sein.

(+) Proteste in Iran: Die politische Selbstaufklärung einer Nation

Der Iran steht im Aufbruch. Doch der geistliche Führer der Islamischen Republik und deren Präsident sprechen in vorbereiteten Sätzen; jedes Wort klingt, als käme es aus einer anderen Epoche. Beide verstecken sich hinter den Revolutionsgarden, jenen Kindern der Revolution, die den trügerischen Glanz des Regimes bewachen. Ihre Gewehre zeigen auf die Gegenwart, die sie fürchten. Tief unter dieser Schicht aus Gewalt regt sich etwas, das kein Regime bannen kann: der Zorn einer Nation, die gelernt hat, im Schatten zu kämpfen. In ihr hat sich eine Gene­ration hervorgebildet, die die Sprache der Dunkelheit besiegt und an das unzer­störbare Bedürfnis erinnert, den Himmel über sich selbst zu öffnen. Und in dieser Erinnerung, die zugleich Traum und Trotz ist, erhebt sich eine Frage, die stärker klingt als jedes Gebet: Wie lange kann ein System überleben, das seine Zukunft im Menschenblut ertränkt?

Die Revolutionsgarde und die Basidsch sind die wichtigsten Stützen des Regimes. Sie sind einflussreicher als Armee und Polizei – und waren schon in der Vergangenheit äußerst brutal.

In Iran tobt die größte Protestwelle seit 2022. Dass der Aufstand diesmal nicht von Studenten, sondern von einst regimetreuen Kaufleuten ausgeht, ist kein Zufall: Die Wirtschaft des Landes steht vor dem Zusammenbruch.

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