Tommaso Calarco ist sehr aufgeregt. Der Quantenphysiker spricht so schnell, dass sich die Wörter fast überschlagen, als er erzählt, dass er den finalen Sound, den er für das neueste Werk des französischen Künstlers Pierre Huyghe entwickelt hat, erst vor zwei Tagen zum ersten Mal gehört hat und was für eine Ehre es sei, mit Huyghe zu arbeiten. Der Wissenschaftler, der eigentlich im Forschungszentrum Jülich arbeitet, hat den Sound zu „Liminals“ beigesteuert. Wobei er tatsächlich viel mehr und das eigentlich Bemerkenswerte dieser Ausstellung gemacht hat: Er hat den Quanten, also den kleinsten unteilbaren Einheiten, aus denen das Universum geschaffen ist, das Geräusch abgerungen, das sie machen, wenn sie aufeinandertreffen. Diese Geräusche hört man jetzt als lautes Krachen oder wirbelndes Knistern, während man einen nackten Frauenkörper, dessen Gesicht ein schwarzes Loch ist, durch eine graue Wüstenlandschaft kriechen sieht.
