FAZ 23.01.2026
12:23 Uhr

(+) Pierre Huyghe: Warum ist hier alles so grau und trist?


In der Halle am Berliner Berghain zeigt der Künstler Pierre Huyghes mit KI generierte Körper zum Sound wummernder Quanten. Angeblich sollen sie geschlechtlos sein. Aber warum sieht man dann Brüste und eine Vulva?

(+) Pierre Huyghe: Warum ist hier alles so grau und trist?

Tommaso Calarco ist sehr aufgeregt. Der Quantenphysiker spricht so schnell, dass sich die Wörter fast überschlagen, als er erzählt, dass er den finalen Sound, den er für das neueste Werk des französischen Künstlers Pierre Huyghe entwickelt hat, erst vor zwei Tagen zum ersten Mal gehört hat und was für eine Ehre es sei, mit Huyghe zu arbeiten. Der Wissenschaftler, der eigentlich im Forschungszen­trum Jülich arbeitet, hat den Sound zu „Liminals“ beigesteuert. Wobei er tatsächlich viel mehr und das eigentlich Bemerkenswerte dieser Ausstellung gemacht hat: Er hat den Quanten, also den kleinsten unteilbaren Einheiten, aus denen das Universum geschaffen ist, das Geräusch abgerungen, das sie machen, wenn sie aufeinandertreffen. Diese Geräusche hört man jetzt als lautes Krachen oder wirbelndes Knistern, während man einen nackten Frauenkörper, dessen Gesicht ein schwarzes Loch ist, durch eine graue Wüstenlandschaft kriechen sieht.

Oper ist weder Netflix noch „Tagesschau“. Wir brauchen ein neues Regietheater, das die Bühne entrümpelt, um der Partitur zur vollen Wirkung zu verhelfen.

Die Arktis wird zur geopolitischen Krisenregion. Gegenwärtig rechnet man in Lappland mit militärischen Bewegungen Russlands. Ein Gespräch mit mit Atle Staalesen und Olesia Krivtsova von „The Barents Observer“ in Kirkenes.

Die Philosophin Mariam Schaub hat sich auf eine Reise durch 2500 Jahre Geschichte der Radikalität begeben: von Sokrates, über die RAF bis zu den Klima-Klebern. Was haben alle gemeinsam?

Schlagworte: