FAZ 07.03.2026
12:15 Uhr

(+) Peinlichkeit im Wahlkampf: Der Klimakrampf des Kandidaten


Der baden-württembergische Ministerpräsidentenkandidat Manuel Hagel blamiert sich vor Schülern mit einer grottenfalschen Erklärung des Treibhauseffektes. Hier tut Nachhilfe Not.

(+) Peinlichkeit im Wahlkampf: Der Klimakrampf des Kandidaten

Die Sonne wird also heißer – soso. Weil nämlich die Atmosphäre immer dünner wird. Ihr wisst schon, wegen der Abgase, dem CO2 und, und, und . . .! „Und das ist dann dieser Treibhausgaseffekt – all right?“ Mit diesen Erkenntnissen trat Manuel Hagel in einer Stuttgarter Gemeinschaftsschule auf. Ein junger Politiker von der CDU, der sich zutraut, baden-württembergischer Ministerpräsidentenkandidat zu werden. Der von den eigenen Leuten natürlich als großes politisches Talent dargestellt wird, in den Tagen vor der Landtagswahl ganz besonders. Der aber, so lässt sich diese Slapstick-Nummer im Klassenraum und vor laufender Kamera nur deuten, eine nachgerade ironische Distanz zu modernem Bildungsgut pflegt. Was sich obendrein auch in seinem ebenfalls im Video festgehaltenen und vielfach hämisch kommentierten Umgang mit der für ihn etwas sperrigen Lehrerin manifestiert. Note sechs im Betragen also und eine fette Sechs in Klimakompetenz.

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Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Wissenschaft“.

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