FAZ 02.01.2026
08:08 Uhr

(+) Ozons Film „Der Fremde“: Er tötet, was er begehrt


Albert Camus’ Romanklassiker „Der Fremde“ erzählt von einem Mann, der scheinbar ohne Grund einen anderen erschießt. François Ozon hat das Buch jetzt neu verfilmt – und dem Täter ein überraschendes Motiv gegeben.

(+) Ozons Film „Der Fremde“: Er tötet, was er begehrt

Zwei Männer am Strand. Einer zückt ein Messer, der andere schießt. Es kommt zum Prozess, aber anstatt wegen Tötung aus Notwehr freigesprochen zu werden, wird Meursault, der Schütze, wegen Mordes angeklagt und verurteilt. In der Verhandlung geht es weniger um seine Tat als um die Kälte, mit der er dem Leben begegnet, etwa beim Begräbnis seiner Mutter, bei dem er keine Träne vergossen hat. Beim Besuch eines Priesters in seiner Todeszelle bekommt er einen Wutanfall, aber gleich danach ergibt er sich „der zärtlichen Gleichgültigkeit der Welt“. Zuletzt wünscht sich Meursault, dass ihn die Zuschauer seiner Hinrichtung „mit Schreien des Hasses“ empfangen.

2026 geht der Vernichtungskrieg, mit dem Wladimir Putin die Ukraine überzieht, in sein fünftes Jahr. Der Journalist, Menschenrechtler und Offizier Maksym Butkevych schildert, was das bedeutet. Er war mehr als zwei Jahre in russischer Gefangenschaft.

Die Serie „The Abandons“ von Kurt Sutter mit Gillian Anderson und Lena Headey sollte ein großer Western von Netflix sein. Doch die Serie gerät zum Flop, weil die Geschichte wirkt, als hätte eine KI sie zusammengefügt.

Handelsbeziehungen, Kredite, Investitionen und mehr: China ist dabei, ein globales Netzwerk jenseits westlicher Strukturen zu knüpfen. Die „Globalen Initiativen“ liefern Einblicke in die Pläne der Staatsführung in Peking.

Feuilletonkorrespondent in Berlin.