FAZ 02.11.2025
10:25 Uhr

(+) Oscar-Kandidat aus Israel: Im Kino weinen, während in Gaza Menschen sterben


Der israelische Regisseur Shai Carmeli-Pollak hat einen Film über einen palästinensischen Jungen aus dem Westjordanland gedreht, der jetzt in Israel Premiere hat. Zu harsch, zu mild? Die Kontroverse ist längst in vollem Gange.

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Im letzten Drittel dieses Films, als Khaled in Tel Aviv und seinem Ziel schon ziemlich nahe ist, kommt ihm noch einmal die Sprache abhanden. Der palästinensische Junge verliert den Zettel, auf dem ihm eine Frau in arabischer Lautschrift aufgeschrieben hat, wie er auf Hebräisch nach dem Weg fragt. „Entschuldigung, wo ist ...“, stammelt er aus dem Gedächtnis – aber das Wort für „das Meer“ will ihm nicht mehr einfallen. Doch dann sieht Khaled zwei Israelis, Vater und Sohn, mit einem Surfboard auf der Straße, und er läuft ihnen einfach hinterher.

Die Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas hält mit Mühe, aber die Zukunft des Gazastreifens ist weiter offen. Die Skepsis über Trumps Plan nimmt zu.

Beim Festival Wien Modern ist Unsuk Chins Oper „Alice in Wonderland“ erstmals in Österreich zu erleben. Es wird bewundernswert gesungen, auch wenn die Bilder blass bleiben.

Wie entstand die moderne Welt? Der Historiker Rudolf Schlögl zeigt, dass die Strukturen unserer Gesellschaft zwischen 1450 und 1800 durch höchst kontingente Prozesse geformt wurden und führt so deren Zerbrechlichkeit vor Augen.

Politischer Korrespondent für den Nahen Osten und Nordostafrika mit Sitz in Tel Aviv.

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