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27.01.2026
13:59 Uhr
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Fein, dicht genau: Ralph Fiennes debütiert mit Peter Tschaikowskys „Eugen Onegin“ gekonnt als Opernregisseur am Palais Garnier in Paris.

Es ist weniger Ekel vor den Menschen als vielmehr Angst vor ihnen, die sich in den Augen des Baritons Boris Pinkhasovich als Eugen Onegin spiegelt. Angst vor Nähe, Angst vor sozialer Verstrickung. Was für ein sprechendes Gesicht, als er Ruzan Mantashyan, der Tatjana, die ihm brieflich ihre Liebe gestand, antwortet. Alles ist Beklemmung in diesen Zügen. Da ringt jemand um Form und Höflichkeit, sogar um Wärme – und die Stimme von Pinkhasovich geht über die Noblesse hinaus in echte Herzensgüte –, nur um sich nicht einlassen zu müssen auf diese Frau. Weil Onegin Angst hat vor dem Ende der Liebe, würgt er sofort deren Anfang ab. Das ist der Subtext seiner Tugendpredigt mit dem Merkspruch: „Halten Sie Ihre Gefühle unter Kontrolle, Tatjana!“
In Polen gilt diese Erzählung von Józef Mackiewicz als einer der wichtigsten literarischen Texte über die Schoa. Auf Deutsch erschien sie nur einmal – und ist schon lange nicht mehr auffindbar. Wir veröffentlichen sie abermals.
Der alte Anführer der Toskana-Fraktion wechselt ins ostdeutsche Gesinnungsboot und versucht, durch die Verteidigung Russlands seine abhandengekommene Autorität zurückzugewinnen.
Morgane Llanque will historischen Märchen den Boden entziehen. Mit Beispielen aus allen Epochen versucht sie zu zeigen: Europa war kein rein weißer Kulturraum, und auch gendernonkonforme Menschen gab es immer.
Redakteur im Feuilleton.