FAZ 14.11.2025
17:43 Uhr

(+) Ökonom Löchel im Gespräch: „Wir brauchen einen Neustart mit China“


Deutschland muss wieder auf die Volksrepublik zugehen, fordert Ökonom Horst Löchel. Handel und bessere Beziehungen helfen wirtschaftlich, politisch und nicht zuletzt der Ukraine. Man müsse dafür aber etwas anerkennen.

(+) Ökonom Löchel im Gespräch: „Wir brauchen einen Neustart mit China“

Politisch schlecht. Wir brauchen unbedingt und dringend einen Neustart.

Das Verhältnis ist zu konfrontativ, wir stecken in einer Sackgasse. Dabei sollten wir unsere Beziehung zu China konstruktiv gestalten, an unseren Interessen orientieren und moralische Belehrungen hintanstellen. China ist eine Weltmacht – wirtschaftlich, technologisch und politisch. Unsere Wirtschaft lebt nach wie vor vom Export, und China ist und bleibt ein zentraler Absatzmarkt auch für die deutschen Unternehmen vor Ort. Exzellente Beziehungen zu China müssen hohe Priorität haben, wir müssen sie pflegen und stärken. Ganz ehrlich: Nach den verlorenen Jahren unter einer grünen Außenministerin hatte ich mir von einem CDU-Außenminister mehr ökonomische und politische Rationalität erhofft und einen wirklich neuen Impuls.

Die Einigung im Zollstreit mit den USA kam durch den Einsatz führender Wirtschaftsvertreter zustande, die Trump reich beschenkten. Wirtschaftsminister Guy Parmelin verteidigt das Vorgehen: „Wir haben unsere Seele nicht an den Teufel verkauft.“

Anders als oft behauptet, ignoriert die Ökonomik Machtfragen nicht. Ihre Erkenntnisse sind aktueller denn je – wie die frühere Bindung von Tesla-Chef Musk und US-Präsident Trump exemplarisch zeigt.

Eine Berliner Kanzlei nutzt Löschungsanträge bei Markenämtern für eine Aktion gegen die AfD. Das hat es so noch nicht gegeben.

Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

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