FAZ 03.01.2026
21:25 Uhr

(+) Neujahrsreden: Die Deutschen wollen lieber Taten sehen


In seiner Neujahrsansprache hat der Kanzler nicht sonderlich kämpferisch gewirkt. Wie viel Zeit geben die Deutschen ihm und seiner Koalition noch?

(+) Neujahrsreden: Die Deutschen wollen lieber Taten sehen

Wenn der Kanzler zu den Deutschen spricht, hinter ihm noch der Weihnachtsbaum und vor ihm schon das neue Jahr, dann ist das für viele zum Jahreswechsel ein Pflichttermin wie „Dinner for One“. Hat man alles schon hundertmal gesehen, guckt man sich dann aber trotzdem wieder an. Aus alter Tradition und vielleicht auch, weil es in diesen spalterischen Zeiten ein umso wohligeres Gefühl ist, sich vor dem Fernseher für einen Moment als geeintes Volk zu fühlen. Das gilt auch für die Woche davor, für die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten.

Im Jahr 1926 stürzten zwei Regierungen über ein Misstrauensvotum. Das eine hatte mit der deutschen Flagge zu tun, das andere mit einer Rüstungskooperation mit Moskau.

Der Unternehmer, der Anwalt, der Immobilienentwickler – immer mehr Menschen in Deutschland steigen statt in die Bahn lieber ins Privatflugzeug. Aber kaum einer will darüber reden.

Fliegt die SPD erstmals aus einem Landtag? Überleben FDP und BSW? Und bildet die AfD bald eine Alleinregierung? Das neue Jahr verspricht spannende Wahlen.

Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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