FAZ 01.12.2025
20:27 Uhr

(+) Neue Werke für KI-Chips: Japans Chipoffensive nimmt Fahrt auf


Mit mehr als zehn Billionen Yen fördert Tokio die Branche, um mehr Produktion im Inland aufzubauen. Ein US-Konzern will nun für zehn Milliarden Dollar ein neues Werk bauen.

(+) Neue Werke für KI-Chips: Japans Chipoffensive nimmt Fahrt auf

Es geht auch noch in die andere Richtung: Nachdem seit Donald Trumps Amtsantritt diverse asiatische Konzerne Milliarden-Investitionen in den Vereinigten Staaten angekündigt haben, plant nun offenbar der amerikanische Chipkonzern Micron Technology, für 1,5 Billionen Yen (8,3 Milliarden Euro) ein neues Werk in Japan aufzubauen. Auf einem bestehenden Werksgelände des Konzerns in der westjapanischen Stadt Hiroshima soll ein Werk für die Herstellung von speziellen Speicherchips ent­stehen. Diese elektronischen Bausteine mit einer sogenannten hohen Bandbreite (HBM) werden für Systeme der Künst­lichen Intelligenz (KI) benötigt.

Der Konzern will in der Nähe von Berlin mehr als drei Milliarden Getränkedosen jährlich abfüllen. Ist der Standort trotz der Sorgen um das Grundwasser geeignet?

Das Unternehmen und die IG Metall haben unterschrieben: Anlagen werden heruntergefahren, bis 2030 fallen mehr als 10.000 Arbeitsplätze weg. Warum die IG Metall den schwierigen Einschnitten zähneknirschend zugestimmt hat.

Die Politik strebt eine Lösung im Streit um den Chiphersteller an. Der bekriegt sich aber intern – und gleichzeitig öffentlich. Auf dem Spiel steht die Versorgung der Industrie.

Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

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