FAZ 23.09.2026
17:37 Uhr

(+) „Morgen war krieg“ im Kino: Der Deserteur hat’s schwer


Eine Gesellschaft macht mobil: „Morgen war Krieg“, das Langfilm-Debüt von Nicolas Ehret, führt in bedrückender Konsequenz vor, was sich nach der „Zeitenwende“ alles ereignen kann.

(+) „Morgen war krieg“ im Kino: Der Deserteur hat’s schwer

Stell dir vor, es ist Krieg und du kannst nicht verweigern. Was wäre dann? Zunächst einmal: trotzdem Krieg. „Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin. Dann kommt der Krieg zu euch! Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt, und lässt andere kämpfen für seine Sache, der muss sich vorsehen: Denn wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage.“ Mit diesem, bis auf den ersten Satz, Brecht-Zitat ist die Ausweglosigkeit, ja geradezu die Tragik einer Lage in einem Film umrissen, den man als den Film zur „Zeitenwende“ (Exbundeskanzler Scholz) bezeichnen kann: „Morgen war Krieg“, das Langfilm-Debüt von Nicolas Ehret, das früher hätte kommen können, aber auch nicht zu spät kommt, denn der Ukrainekrieg dauert an.

Der Mensch ist ein komisches Kompositum: In Ferdinand Bruckners Theaterstück „Krankheit der Jugend“ wird eine Art Manosphere gezeichnet. Vieles in dem Stück erinnert an die derzeitige Erfolgsserie „Euphoria“.

Misstrauen statt Vertrauen, Kontrollzwang statt Selbstverantwortung: Wir werden von der Bürokratie stranguliert, und es wird immer schlimmer. Als Zahnärztin mit eigener Praxis erfahre ich das jeden Tag am eigenen Leib.

Von FKK bis zum Streit um den Burkini: Bernd Brunner taucht in die Kulturgeschichte des Schwimmens ein, doch er lässt die wichtigsten Fragen außen vor.

Redakteur im Feuilleton.