FAZ 06.04.2025
20:22 Uhr

(+) Milliarden erbeutet: Ins Sklavencamp verschleppt, um Europäer zu betrügen


In Südostasien werden Zehntausende entführt und nach Kambodscha verschleppt. In Sklavencamps lernen sie, Europäer um ihr Vermögen zu bringen, wie ein Fall aus Thüringen zeigt. Ein Insider berichtet über die grausame Realität.

(+) Milliarden erbeutet: Ins Sklavencamp verschleppt, um Europäer zu betrügen

Die Dämmerung hat noch nicht eingesetzt, da präsentiert sich Poipet bereits so, wie es seine Opfer beschreiben: als Reich der Finsternis. Am Rand der Hauptstraße, die durch die Stadt bis zur Grenze zu Thailand führt, schreit der chinesische Fahrer eines schwarzen Minivans auf einen verschüchterten Polizisten ein. Rechts erscheint das Puli-Kasino, dessen Namen die Eigentümer aus China in gleich zwei Versionen geschrieben haben: einmal mit „i“ über dem gelben Tor, das Männer in schwarzen Uniformen bewachen. Einmal mit „y“ auf dem Schild vor der mit Stacheldraht und Gittern gesicherten Wohnanlage, auf deren Dach ein Dutzend Satellitenschüsseln stehen. „Ihr Drecksäcke“ hat jemand in grüner Farbe von außen auf die Mauer gesprüht, daneben einen Totenkopf.

Chen Zhi soll einer der reichsten Kriminellen der Welt gewesen sein. Das Geschäftsmodell? Zwangslager voller Sklaven, die Menschen im Internet um ihr Erspartes bringen. Jetzt wurde er ausgeliefert – nach China.

Die Krisen der vergangenen Jahren taugen nicht als alleinige Erklärung für die anhaltende Stagnation der deutschen Wirtschaft. Um den Ursachen auf den Grund zu gehen, müssen unangenehme Wahrheiten ausgesprochen werden.

Die Klanglandschaftsgestalterin Nadine Schütz hilft Städten, öffentliche Räume besser klingen zu lassen. Im Interview gibt sie Tipps für den guten Ton zu Hause – und verrät, welche Geräusche Sicherheit vermitteln.

Korrespondent für Südostasien, Australien und Neuseeland mit Sitz in Singapur.

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