FAZ 28.11.2025
07:03 Uhr

(+) Mehr Luxus wagen: Das Leben ist so sexy wie eine Auster


Nobel geht die Welt zugrunde! Noch bis vor Kurzem waren Austern den Reichen und Mächtigen vorbehalten. Nun werden sie nicht mehr nur aus Dekadenz, sondern der Selbstermächtigung wegen konsumiert. Gut so, findet unsere Autorin.

(+) Mehr Luxus wagen: Das Leben ist so sexy wie eine Auster

Am vermeintlich romantischsten Tag des Jahres saß ich mit einer befreundeten Schriftstellerin in einem Edelrestaurant in Berlin-Mitte. Unser Vorhaben war es, uns der dekadentesten Speise (Auster) und der Zurschaustellung der praktizierten Liebe (schickes Date am Valentinstag) hinzugeben. Außerdem leiden wir unter unserer Genusssucht und sind froh, sie an solchen Tagen ohne Scham und Reue ausleben zu können. Luxus, Luxus, Luxus! Eine große Platte wurde bestellt. Niemand staunte, als sie gebracht wurde und den Tisch ausfüllte. Denn erstens ist das „Volk“ an der Brunnenstraße auf Meeresfrüchte spezialisiert, und zweitens taten es uns alle anderen gleich: Überall wurden riesige Teller mit der glitschigen, glibberigen Delikatesse aufgetragen.

Wer ein Bankett oder eine kleine Gesellschaft bei Ulrich Dahlmann bucht, muss tief in die Tasche greifen. Den Gästen ist es das wert. Wir konnten miterleben, wie ein solches Event vorbereitet wird.

Immer mehr Spa-Anbieter setzen auf die private, stündlich buchbare Luxusauszeit. Lohnt sich das – oder ist das nur ein Stundenhotel mit Whirlpool?

Früher war man einfach zusammen. Heute reden insbesondere junge Menschen anders über die Liebe: Es gibt Dates, Freundschaft Plus und Situationships. Woran liegt das?

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