FAZ 27.11.2025
21:37 Uhr

(+) Margit Wennmachers im Portrait: „Deutschland muss sich wieder mit dem Wort ,Ja‘ und Arbeitsfleiß anfreunden“


Margit Wennmachers hat zwei Branchen verändert: erst die Technologie-PR, dann die Welt des Wagniskapitals. Nun sitzt sie in San Francisco und erklärt mit entwaffnender Klarheit, warum Deutschland beim digitalen Umbau hinterherläuft. Ein Porträt.

(+) Margit Wennmachers im Portrait: „Deutschland muss sich wieder mit dem Wort ,Ja‘ und Arbeitsfleiß anfreunden“

Der Satz fällt an einem kühlen Oktobervormittag, nüchtern und ohne Pathos: „Europa ist ein Museum.“ Margit Wennmachers sitzt an einem kleinen Tisch im Freien, Richmond District, Möwen über der Pazifikküste, ein dünner Kaffee – und Sätze, die deutschen Ohren wehtun. Deutschland sei „miserabel in Software“. Die Europäische Union wolle „Weltmeister der Regulierung“ sein, habe aber kaum nennenswerte KI-Firmen hervorgebracht. Ingenieure in Deutschland liebten ihre Hardware – und übersähen, dass das Auto längst ein Computer auf Rädern ist. „Deutschland muss sich wieder mit dem Wort ,Ja‘ anfreunden“, sagt sie. „Und mit Arbeitsfleiß.“

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