FAZ 05.02.2026
09:15 Uhr

(+) Lappland im Winter: Im Reich des flüsternden Lichts


Weisheit der samischen Kultur in überwältigender Naturschönheit: Eine Winterreise durchs norwegische und finnische Lappland führt in eine Welt majestätischer, aber bedrohter Sanftmut.

(+) Lappland im Winter: Im Reich des flüsternden Lichts

Anna jubelt: „Das ist Kunst! Kunst, die die Natur selbst macht!“ Polarlichter jagen über den Nachthimmel von Riutula. Wasserfälle aus neongrünem Licht stürzen von oben in die Kiefernwälder. Spiralen, an den Rändern rot und violett, wirbeln zwischen den Sternbildern Orion und Stier herum. „Manchmal, wenn mir vom Starren der Nacken wehtut, lege ich mich einfach in den Schnee und bestaune den Himmel.“ Und tatsächlich! Anna legt sich in ihrem dicken Frostschutz-Overall auf die Straße. Glücklich berauscht.

Das Comelicotal in den Belluneser Dolomiten ist vom Massentourismus verschont geblieben. Den Skizirkus braucht hier niemand, dafür sind Hundeschlitten und Loipen unverzichtbar.

Zum Winterwandern braucht man Stiefel, Spikes und zwei Ohren. Die Geräusche, die der Skitourismus im Paznaun-Tal rund ums österreichische Ischgl macht, sind weit weg.

Winterthur verblüfft mit seiner Museumslandschaft voller hochkarätiger europäischer Malerei. Sie ist ein Erbe der industriell geprägten Stadtgeschichte und zeigt mustergültig, wie Wohlstand in Kunstsinn münden kann.

Redakteur im Feuilleton.

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