FAZ 17.12.2025
17:38 Uhr

(+) Künstlerinnen durch die Jahrhunderte: Die Frauenfrage seit 1550


Künstlerinnen von der Renaissance bis heute sichtbar machen: Eine Ausstellung in Warschau besitzt eine landesspezifische Dringlichkeit.

(+) Künstlerinnen durch die Jahrhunderte: Die Frauenfrage seit 1550

In seinem Buch über „Frauen in der Kunst“ kritisierte der Wiener Kunsthistoriker Peter Gorsen 1980: „Wir wissen viel zu wenig über die Geschichte künstlerisch ar­beitender Frauen.“ Deshalb sei „eine systematische feministische Kunstgeschichte trotz ernsthafter Ansätze ziemlich illusorisch“. Dies hat sich seither grundlegend geändert. Die wissenschaftliche Literatur zu diesem Forschungsfeld ist fast unüberschaubar geworden. Auch der Ausstellungsbetrieb ist heute ein anderer: Seit etwa zwei Jahrzehnten präsentieren Museen weltweit verstärkt sowohl bekannte als auch zuvor nicht wahrgenommene Künstlerinnen in Einzel- und Gruppenausstellungen. Nichts ist im internationalen Museumsbetrieb momentan beliebter und populärer als Ausstellungen mit Kunst von Frauen. Manche Institutionen, wie etwa die Neue Nationalgalerie in Berlin und die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf, haben zugleich ihre Sammlungspolitik geändert und erwerben strategisch Werke von Künstlerinnen, um ihnen die damit verknüpfte Anerkennung zuteilwerden zu lassen. Auch der Kunstmarkt zieht mittlerweile nach, obwohl für Arbeiten von Männern meist immer noch deutlich mehr gezahlt wird als für Werke von Frauen.

Das Pommersche Landesmuseum Greifswald spitzt seine Sammlung auf Caspar David Friedrich in einer „Galerie der Romantik“ zu. Das geschieht mit viel pädagogischer Intelligenz, blendet aber wichtige Teile der Bestände aus.

Ihre Argumentation ist selbst von imperialen Handlungsmustern geprägt: Wie die Identitätspolitik und der Genozidvorwurf gegen Israel zum Kern des Diskurses der Linkspartei geworden sind.

Alle Wege führen in die böhmische Provinz, auch in einer zerstörten Familie: Viktorie Hanišovás Roman „Sonntagnachmittag“ erzählt von Schuld und Verlust und davon, wie man sich wiederfinden kann.

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