FAZ 23.11.2025
11:38 Uhr

(+) Klimagipfel in Belém: Von den Wahrheiten sollt ihr schweigen


Macht, Handel, Geld: Die Konferenz in Brasilien hat klar gezeigt, welche Kräfte am Werk sind, wenn es um die Klimarettung geht.

(+) Klimagipfel in Belém: Von den Wahrheiten sollt ihr schweigen

Vielleicht hätte ihnen ein Licht aufgehen sollen, als sich die Flammen minutenlang durch das Plastikzelt des Länderpavillons fraßen und alle nach draußen drängten. Zu Tausenden, ohne jede Panik, strömten die Teilnehmer des Klimagipfels ins Freie. Die Offiziellen, die Delegierten und Helfer, die Berichterstatter und Fotografen, die Indigenen in ihrer Tracht und vor allem: die sogenannten Beobachter. Sie, die mit den gelb markierten Namensschildern, waren nicht nur viele, sie waren vor allem eins: auffällig jung. Hätten an diesem Donnerstagnachmittag diejenigen, die auf dem Klimagipfel COP30 von Belém das Sagen hatten, auch nur einen Moment darüber nachgedacht, warum diese vielen jungen Menschen zwei Wochen lang vor den verschlossenen Türen ausharrten, sie hätten so kurz vor den entscheidenden Verhandlungsstunden einen wichtigen Realitätstest bestanden. Um sie nämlich ging es in Wahrheit: um die Welt der Jungen.

Berlin wird für zehn Jahre je 100 Millionen Euro in einen Fonds zum Schutz des Regenwaldes einzahlen. Damit ist Deutschland das zweite EU-Land, das einen größeren Beitrag zusagt.

Auf der Weltklimakonferenz will Brasilien zeigen, wie ein Ende für Kohle, Öl und Gas aussehen könnte. Präsident Lulas Fahrplan hat viele Unterstützer – aber längst nicht genug. Der Blick geht auch nach China.

Das Ende der fossilen Energie schien manchen schon besiegelt. Doch jetzt zeigt sich: Die Nachfrage droht noch jahrzehntelang zu wachsen.

Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Wissenschaft“.

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