FAZ 06.02.2026
16:45 Uhr

(+) Kinofilm über Michael Triegel: Zum Sehen geboren


Der Titel „Triegel trifft Cranach“ ist bräsig, der Film aber ein Meisterwerk. Erst im Untertitel „Malen im Widerstreit der Zeiten“ erspürt man die Kämpfe um den Naumburger Hauptaltar und um figürliche Malerei überhaupt.

(+) Kinofilm über Michael Triegel: Zum Sehen geboren

Näher als mit diesem Film kann man dem künstlerischen Prozess nicht kommen. Mit dem bräsigen Titel „Triegel trifft Cranach“ soll wohl das Dokumentarisch-Neutrale der fünfjährigen Odyssee des vom Maler Michael Triegel zeitgenössisch ergänzten, da im Bildersturm 1541 teilzerstörten Cranach-Hauptaltars des Naumburger Domwestchors zwischen dem Leipziger Atelier und diversen Aufstellungsorten hervorgekehrt werden. Um eine bloße Dokumentation kann es allerdings nicht gehen – über jeden Umzug des Altars wegen der absurden Anwürfe des ICOMOS bis hin zur aktuellen Präsentation des von Protestanten bestellten Werks im Vatikan wurde minutiös berichtet – geht es aber auch nicht. Vielmehr ist Paul Smacznys Film die flammendste Hommage an die Energeia der Malerei, seit Henri-Georges Clouzot in „Le Mystère Picasso“ diesen 1956 beim Malen auf eine Glasscheibe durch dieselbe filmten.

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Redakteur im Feuilleton.

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