Näher als mit diesem Film kann man dem künstlerischen Prozess nicht kommen. Mit dem bräsigen Titel „Triegel trifft Cranach“ soll wohl das Dokumentarisch-Neutrale der fünfjährigen Odyssee des vom Maler Michael Triegel zeitgenössisch ergänzten, da im Bildersturm 1541 teilzerstörten Cranach-Hauptaltars des Naumburger Domwestchors zwischen dem Leipziger Atelier und diversen Aufstellungsorten hervorgekehrt werden. Um eine bloße Dokumentation kann es allerdings nicht gehen – über jeden Umzug des Altars wegen der absurden Anwürfe des ICOMOS bis hin zur aktuellen Präsentation des von Protestanten bestellten Werks im Vatikan wurde minutiös berichtet – geht es aber auch nicht. Vielmehr ist Paul Smacznys Film die flammendste Hommage an die Energeia der Malerei, seit Henri-Georges Clouzot in „Le Mystère Picasso“ diesen 1956 beim Malen auf eine Glasscheibe durch dieselbe filmten.
