|
30.11.2025
20:41 Uhr
|
Der Abgang des Leiters des ukrainischen Präsidialamts war überfällig. Für die Geschlossenheit der Ukraine hängt viel davon ab, wie Präsident Selenskyj jetzt die Nachfolge regelt.

In den ersten Monaten nach Russlands Großangriff herrschte in der Ukraine eine innenpolitische Geschlossenheit, wie sie das Land in den Jahren seiner Unabhängigkeit noch nicht erlebt hatte. Das war eine natürliche Reaktion auf eine existenzielle Bedrohung von außen. Diese Einigkeit hatte aber auch eine innenpolitische Komponente: Im Augenblick der Katastrophe wurde am Funktionieren vieler Institutionen deutlich sichtbar, wie sehr sich die Ukraine seit der Revolution 2014 verändert hatte. Die Ergebnisse der Reformpolitik, die zuvor im politischen Alltagsstreit oft nicht sichtbar waren, halfen dem Land, die erste Angriffswelle zu überstehen.
Durch die Entlassung seines Präsidialamtschefs Andrij Jermak verliert Wolodymyr Selenskyj nicht nur seinen engsten Vertrauten, sondern auch seinen „Blitzableiter“. Eine Analyse.
Am Morgen klopften Korruptionsermittler beim Präsidialamtschef. Ihm wird großer Einfluss auf die ukrainische Politik vorgeworfen. Am Abend entlässt ihn Präsident Selenskyj.
Die Wut über den Korruptionsskandal im Energiebereich ist in der Ukraine nicht vergessen. Während Präsident Selenskyj zur Einigkeit aufruft, dringen neue Details ans Licht.
Redakteur in der Politik.
Schlagworte: