FAZ 09.02.2026
16:29 Uhr

(+) „Ingo Thiel“ im ZDF: Wenn die Gondeln des Ermittlers Trauer tragen


Die „Ingo Thiel“-Reihe im ZDF nach den echten Fällen eines echten Kommissars setzte einst Zeichen für den „True Crime“-Trend. Jetzt hinkt „Ingo Thiel“ der Zeit hinterher und setzt auch noch auf Kitsch.

(+) „Ingo Thiel“ im ZDF: Wenn die Gondeln des Ermittlers Trauer tragen

Als 2017 die erste „Ingo Thiel“-Folge bei Arte und im ZDF lief, war sie noch etwas Besonderes im Genre der Ermittlerkrimis. Nicht gänzlich eine Premiere der realistischen Krimi-Fiktion, denn für die hatte schon Dominik Graf gesorgt, mit Filmen wie „Eine Stadt wird erpresst“ (2006). Aber doch Trendsetter des vielfach vermehrten „True Crime“-Polizeispielfilms. Zum Auftakt der „Ingo Thiel“-Reihe, „Ein Kind wird gesucht“, ging es um den „Fall Mirco“ und um die akribische Darstellung der ermüdenden Auswertung von tausenderlei Spuren durch Teamarbeit, die zu seiner Lösung führte. Grundlage war das Buch des echten Ermittlers Ingo Thiel, gespielt von Heino Ferch.

An der Berliner Schaubühne inszeniert Regisseur Michael Thalheimer Oscar Wildes „Salome“ packend und radikal. Alina Stiegler brilliert als rebellische Systemsprengerin im silbernen Dress.

Mit der Serie „The Beauty“ inszeniert Ryan Murphy routinierten Ekelhorror. Darin ist keine Schönheit zu finden. Vielmehr vergibt der Macher die Chance, drängende Themen unserer Zeit ernsthaft zu verhandeln.

Mozarts große Messe c-Moll blieb ein Torso. Luca Guglielmi hat nun die Komplettierung versucht. Sie macht den Schmerz über das Unvollendete nicht wett, aber Jordi Savalls Interpretation lässt die Musik strahlen.

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