FAZ 16.09.2026
16:45 Uhr

(+) Ibsens „Gespenster“: Sehnsüchte der Erniedrigten


Wie ein guter Neunzigminüter im Kino: Anna Bergmann inszeniert Henrik Ibsens „Gespenster“ am Theater Basel als pointiert gesellschaftspolitische Parabel auf den Untergang des männlichen Abendlandes.

(+) Ibsens „Gespenster“: Sehnsüchte der Erniedrigten

Nur sie verfolgt die Kamera bis in die staubigsten Ecken der Wandschränke. Nur ihre aufgerissenen Augen sind es, die die Zuschauer wie aus einem Film noir anstarren. Erschrocken, ängstlich, verführerisch, Hollywoodlachen, dann wieder ernst. All die Gesichtsausdrücke für die große Leinwand hat sie längst gelernt und muss doch immer noch das Parkett bohnern.

Die AfD besetzt nicht die leere Stelle des Zorns, sie parasitiert an ihr. Der Zorn wird kultiviert, aber gerade nicht in Lösungen überführt, weil die Malaise das eigentliche Kapital ist. Und ihre Gegner sind zermürbt.

Belle Burden hat aus ihrem privaten Eheunglück eine Geschichte gemacht: „Fremde“ heißt sie. Bemerkenswert daran ist die verblüffende Ehrlichkeit bei der Beschreibung der eigenen Naivität.

Der Film „Pressure“ erzählt davon, wie die alliierte Invasion in der Normandie beinahe gescheitert wäre. Zum Glück hatten die Briten am D-Day die besseren Meteorologen.

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