Es war ein magischer Abend, als wir um den See spazierten. Endlich waren wir angekommen, und das Panorama des West-Himalaja übertraf alle unsere Erwartungen. Das Seeufer des Manasarovar lag ganz friedlich da, Hasen und Murmeltiere umgaben uns halb scheu, jenseits seiner Ufer thronten die Weltsehenswürdigkeiten Tibets. Wir hatten sie bis zum Horizont allein für uns. Führer und Fahrer waren in der Unterkunft geblieben, während wir für den Sonnenuntergang zum Wasser eilten, gierig, nichts zu verpassen. Rechts stieg ein massiver Klotz auf, der 7694 Meter hohe Gurla Mandhata. Er wäre schon für sich spektakulär, wie er sich über das tibetanische Hochplateau erhob, einem Schneelöwen gleich. Aber uns hatte jener Berg hierhergelockt, dessen Heiligkeit mit Superlativen gefeiert wird: der Kailash.
