|
23.12.2025
12:01 Uhr
|
Es gab nie eine westliche Zivilisation – behauptet die Historikerin Josephine Quinn. Demokratie? Existierte auch anderswo. Philosophie? Kam aus Ägypten. Doch wer so Geschichte schreibt, macht es sich zu einfach.

In der Stunde seiner Gefährdung wird der Westen wieder viel beschworen. Gegen die Bedrohung von innen (Trump) und von außen (Putin) wollen gerade auch linksliberale Politiker und Kommentatoren die westlichen Werte verteidigen, während Konservative unter Berufung auf eine schützenswerte europäische Zivilisation für ein hartes Grenzregime eintreten. Doch was, wenn der Westen, der hier bewahrt werden soll, in Wahrheit eine Chimäre ist?
Der Fragebogen, den der Schriftsteller Marcel Proust gleich zweimal ausfüllte, war ein beliebtes Gesellschaftsspiel. Wir spielen es weiter. Heute mit der Fotografin, Regisseurin und Schriftstellerin Gisela Getty.
Vor mehr als 100 Jahren gehörte für jüdische Bürgerfamilien ein Christbaum dazu. Christliche und jüdische Tradition fanden zueinander. Damit war es schon vor dem Holocaust vorbei. Könnte sich das wieder ändern?
Schikanen, Neid und Eifersucht: In ihrem vorletzten Fall ermitteln die Münchner „Tatort“-Kommissare Batic und Leitmayr am Theater. Der Film zeigt moralisches Versagen, will aber keine moralische Anstalt sein.
Redakteur im Feuilleton.