|
19.01.2026
17:15 Uhr
|
In der Serie „A Knight of the Seven Kingdoms“ bricht HBO mit der grausamen Härte von „Game of Thrones“. Doch auch die Geschichte eines armen Ritters mit großem Herzen kommt nicht ohne Derbheit und Gewalt aus.

Alle Männer sind Narren, und alle Männer sind Ritter, wenn es um die Frauen geht: So besagt es ein Vers über die sieben Königslande von Westeros. Auf jenen feudal-mittelalterlichen Kontinent, in dem Adelshäuser um den Eisernen Thron kämpfen, kehrt HBO mit der dritten Serienadaption der Werke von George R. R. Martin zurück. Der Ableger „A Knight of the Seven Kingdoms“ setzt rund neunzig Jahre vor der Handlung von „Game of Thrones“ an. Sowohl närrische als auch ritterliche Züge vereint der Held Dunk (Peter Claffey) in sich, nicht nur, aber auch dann, wenn es um die Frauen geht.
In „German Guilt“ fragt der Reporter Thilo Mischke nach der Schuld der Deutschen und befasst sich mit seinen eigenen Vorfahren. Das soll ein junges Publikum erreichen, wirkt aber so, als sei über Schoa und NS-Diktatur kaum etwas bekannt.
Jedes Tabu steigert den Reiz: Ultraschall, das Festival für neue Musik in Berlin, entdeckt politisch unkorrekte Formen der Queerness in Zeiten der Brandmauer.
Thorsten Lensings „Tanzende Idioten“ zeigt die Zerbrechlichkeit des Lebens. Ursina Lardi und Sebastian Blomberg berühren mit eingebildeter Pfoteneitelkeit und einem von ernsthafter Haltlosigkeit durchdrungenen Spiel.
Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Schlagworte: