Austern statt Haferbrei, Fischfilet statt Kartoffelsuppe, Entrecôte statt trocken Brot: Uns geht es viel besser als unseren Vorgängern an selber Stelle. Wir lassen es uns im Restaurant „Kakolanruusu“ schmecken, das im Kantinengewölbe des einstigen Kakola-Gefängnisses in Turku untergebracht ist. „Es war der schlimmste Ort in ganz Finnland“, sagt Anu Salminen, die mit uns am Tisch sitzt, „denn hier wurden nur die ganz schweren Jungs eingelocht.“ Zur Verbrecher-Prominenz gehörte Bankräuber Matti „Volvo“ Markkanen, der seinen Spitznamen dem Umstand verdankte, dass er für seine Fluchten vom Tatort stets gestohlene Volvos benutzte. Ein weiterer berüchtigter Insasse war der Massenmörder Toivo Koljonen, der mit einer Axt eine sechsköpfige Familie umbrachte und der letzte Finne war, der wegen eines Zivilverbrechens zum Tode verurteilt und 1943 hingerichtet wurde.
