FAZ 18.01.2026
10:24 Uhr

(+) Elon Musks Cybertruck: Ende der Globalisierung


Europa lässt ihn nicht auf die Straße, weil er zu gefährlich ist. Warum Teslas Cybertruck, Musks Rasierklinge auf Rädern, das perfektes Symbol für das gegenwärtige Amerika ist.

(+) Elon Musks Cybertruck: Ende der Globalisierung

Das Jahr 2026 ist noch nicht besonders weit fortgeschritten, aber man kann schon jetzt sagen, dass es einmal in die Geschichtsbücher eingehen wird als der Moment, an dem das Verhältnis der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union einen neuen Tiefpunkt erreichte: Noch an Weihnachten hätte man nicht gedacht, dass die Regierung in Washington einen Diktator, der auf einer großen, für die USA interessanten Ölblase sitzt, einfach kidnappt – und auch nicht, dass kurz danach deutsche Soldaten zur Gefahrenabwehr nach Grönland geschickt würden, offiziell, um Präsenz gegen die dort herumschiffenden Russen und Chinesen zu zeigen, vor allem aber wohl auch, um das Haupt-NATO-Land USA davon abzuhalten, den Verbündeten zu deutlich zu zeigen, dass sie es ab sofort mit einer neuen Weltordnung ohne Völkerrecht und Bündnisse zu tun haben.

Das höchste Maß narzisstischer Selbstsicherheit finden wir in Donald Trump. Wir hören, wir sehen es täglich, all die Metastasen von Gehirnschande. Könnte es sein, dass wir es zu oft hören – so oft, dass wir es überhören wollen?

In der Serie „A Knight of the Seven Kingdoms“ bricht HBO mit der grausamen Härte von „Game of Thrones“. Doch auch die Geschichte eines armen Ritters mit großem Herzen kommt nicht ohne Derbheit und Gewalt aus.

Der Krieg gegen die Ukraine dauert nun schon länger als der deutsch-sowjetische, und ein Ende ist nicht absehbar. Putin sieht in seinen Soldaten mittlerweile Erlöser von dem Bösen.

Redakteur im Feuilleton / Frankfurter Allgemeine Quaterly.

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