Das Jahr 2026 ist noch nicht besonders weit fortgeschritten, aber man kann schon jetzt sagen, dass es einmal in die Geschichtsbücher eingehen wird als der Moment, an dem das Verhältnis der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union einen neuen Tiefpunkt erreichte: Noch an Weihnachten hätte man nicht gedacht, dass die Regierung in Washington einen Diktator, der auf einer großen, für die USA interessanten Ölblase sitzt, einfach kidnappt – und auch nicht, dass kurz danach deutsche Soldaten zur Gefahrenabwehr nach Grönland geschickt würden, offiziell, um Präsenz gegen die dort herumschiffenden Russen und Chinesen zu zeigen, vor allem aber wohl auch, um das Haupt-NATO-Land USA davon abzuhalten, den Verbündeten zu deutlich zu zeigen, dass sie es ab sofort mit einer neuen Weltordnung ohne Völkerrecht und Bündnisse zu tun haben.
