Das neue EU-Forschungsprogramm FP 10 soll erst 2028 anlaufen, zum vorliegenden Kommissions-Entwurf stapeln sich aber schon jetzt die Anregungen und Beschwerden. Vergangene Woche haben mehrere europäische Universitätsverbände, darunter die Europäische Universitätsvereinigung und die Liga der europäischen Forschungsuniversitäten, in einem dringenden Appell davor gewarnt, die Wissenschaft den Marktimperativen zu unterstellen. Seit die Kommission ihren Plan bekannt gemacht hat, das Programm eng mit dem neuen Wettbewerbsfonds zu verzahnen, geht an den Universitäten die Sorge um, langfristige Forschungsziele könnten kurzfristigen Wirtschaftsinteressen geopfert werden. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat die Eigenständigkeit des Forschungsprogramms zwar zugesichert, aber offen gelassen, wie genau er mit dem Wettbewerbsfonds verbunden werden soll. Das gibt Gerüchten breiten Raum. Entscheidend wird sein, ob die Leitung der entsprechenden Programmsäule bei der Wissenschaft oder beim Wettbewerbsfond liegt.
