Unter progressiven Intellektuellen gehört es inzwischen zum guten Ton, den vermeintlichen „Zionismus“ des politischen Establishments in Deutschland zu kritisieren. Gemeint ist damit nicht die jüdische Nationalbewegung des späten neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts, sondern die Bejahung des Existenz- und Verteidigungsrechts Israels, zu dem sich ja alle großen Parteien in Deutschland bekennen. In einem neuen englischsprachigen Sammelband mit dem plakativen Titel „Hyper-Zionism“ (Verso) wird diese Unterstützung Israels jetzt einer Generalabrechnung unterzogen. Doch wer vom Herausgeber des Bandes, Hans Kundnani, Senior Research Fellow am Royal Institute of International Affairs in London, eine Erläuterung des titelgebenden Begriffs erwartet, wird leider enttäuscht.
