Es ist für sie der Höhepunkt des Jahres. Am 23. April 2010 trifft sich die internationale Surfszene in Anaheim, Kalifornien. Verleihung der jährlichen Preise. 2500 Menschen füllen die Halle. Der wichtigste Moment zu vorgerückter Stunde: die Verkündung des Siegers im Kampf um den XXL Big Wave Award – den Preis für die größte Welle des Jahres. Auf der Bühne stehen drei Mitglieder der Fletcher-Dynastie, einer der einflussreichsten Surferfamilien Kaliforniens. Sie verkörpern Tradition, Szene, Zugehörigkeit. Als Christian Fletcher den Umschlag geöffnet hat und den Namen des Gewinners vorlesen soll, zögert er. Voller Widerwille spricht er den Vornamen aus: „Sebastian...“ Beim Nachnamen stockt er und sagt ins Mikrofon, er könne ihn nicht aussprechen. Gelächter im Saal. Dann folgt der Satz, der den Ton des Abends verändert: „Der Scheiß-Deutsche, der nicht paddeln kann, hat gewonnen.“
