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25.11.2025
08:52 Uhr
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Der israelische Student Josh Drill hat an der Columbia-Universität gemeinsam mit palästinensischen Kommilitonen eine Friedensinitiative gegründet. Zuvor war er Soldat im Westjordanland.

Es ist Frühjahr 2020, und auch in Tel Aviv steht alles still. Die Sirenen der Krankenwagen sind viel häufiger zu hören als früher, Restaurants und Theater sind wegen des Coronavirus geschlossen. Josh Drill steht auf dem Dach seines Mietshauses, er kann weit über die Stadt schauen, über dem Meer geht die Sonne unter. Er ist 24 Jahre alt, studiert plötzlich von zu Hause aus, Politikwissenschaft und Kommunikation. Josh hat vier Jahre beim israelischen Militär hinter sich, doch erst jetzt, als alle Ablenkungen wegfallen, kommt er wirklich zum Nachdenken. In der Stille erinnert er sich an die Zeit, als er mehrere Dutzend Soldaten kommandierte, als sie in Hebron im Westjordanland Häuser durchsuchten, auf der Suche nach palästinensischen Terroristen. Doch oft genug hatten sie nur verängstigte Frauen und Kinder vorgefunden.
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Feuilletonkorrespondentin in New York.
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