FAZ 25.12.2025
08:10 Uhr

(+) Christliche und jüdische Tradition: An Weihnachten könnte auch Weihnukka sein


Vor mehr als 100 Jahren gehörte für jüdische Bürgerfamilien ein Christbaum dazu. Christliche und jüdische Tradition fanden zueinander. Damit war es schon vor dem Holocaust vorbei. Könnte sich das wieder ändern?

(+) Christliche und jüdische Tradition: An Weihnachten könnte auch Weihnukka sein

Die Mutter meines jüdischen Großvaters – meine Urgroßmutter – stammte aus einem assimilierten Haus. „Fromm sein heißt gut sein“, sagte sie und meinte dabei keine Konfession. Mein Großvater erinnerte sich: „Sie hatte vor dem Ersten Weltkrieg bei sich zu Hause immer den schönsten Weihnachtsbaum der ganzen jüdischen Schule stehen.“ Ein Weihnachtsbaum in einer jüdischen Familie? Auch im Berlin der 1920er-Jahre war das nichts Ungewöhnliches.

Hanno Loewy verabschiedet sich als Direktor des Jüdischen Museums Hohenems mit einer Ausstellung über jüdische Arabisten und Islamwissenschaftler. Sie führt zurück in die geistige Welt, die den Kulturzionismus hervorbrachte.

Die geburtenstarken Jahrgänge haben es schwer. Wir sind schuld, wenn die Rente nicht für die Jüngeren reicht. Aber Weihnachten – das ist nur unseretwegen so schön.

Der Streit um das jüdische Museum in Berlin wird erbittert geführt. Hanno Loewy, Direktor des jüdischen Museums Hohenems, benennt in seinem Gastbeitrag die Dimension: Es geht um die Definitionsmacht des Jüdischen.

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