FAZ 21.11.2025
17:51 Uhr

(+) Catwalk-Ausstellung: Nur diese fünfzehn Minuten


Im Bann der Überbietungsduelle: Das Vitra Design Museum in Weil am Rhein widmet dem Catwalk eine fulminante Ausstellung.

(+) Catwalk-Ausstellung: Nur diese fünfzehn Minuten

Es ist ein großartiger Parcours, der sich entlang der Epochen der Modenschau vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart im Vitra Design Museum durchlaufen lässt. Es sind vier Räume voller Fotografien, Accessoires und Ephemera wie Einladungskarten in Vitrinen, mit Videos und Film- und Tondokumenten, die einen ständigen nervösen Sound produzieren. Dazwischen stehen wie stumme Zeuginnen Puppen auf Laufstegen oder Podesten, angezogen mit raren Signature Pieces einschlägiger Provenienz. Die Fülle des Materials ist eindrucksvoll und verdeutlicht, dass die Liaison zwischen Mode und Kunst keineswegs neu ist. Die Schau löst ihren Anspruch ein, „die Modenschau als gestalterisches Gesamtkunstwerk“ aus Architektur, Musik und Bühne zu zeigen.

Der russische Lehrer Pavel Talankin sollte in der Schule filmen. Aus den Aufnahmen, die er über die Grenze brachte, ist der Dokumentarfilm „Mr. Nobody Against Putin“ entstanden. Er zeigt, wie die Jugend nicht Empathie, sondern Hass lernt. Ein Gespräch.

Der Archäologe Gabriel Zuchtriegel deutet Pompejis letzte Jahre als spirituelles Beben: Die heidnischen Kulte lebten bloß noch in Tempeln und auf Fresken fort. Die Unterschicht fand neue Hoffnung – im Christentum.

Der Trost, den gute Bücher spenden: Der aus Israel stammende Regisseur Eran Riklis hat den mehr als zwanzig Jahre alten Bestseller „Lolita lesen in Teheran“ von Azar Nafisi verfilmt.

Freie Autorin im Feuilleton.

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