„Wie oft ich mit dem Schambein auf den Schwebebalken stürzen konnte, ohne dass es brach“: Das ist der erste Satz aus Son Lewandowskis Debütroman „Die Routinen“, und er tut weh. Das Buch tut von Beginn an weh, und es hört nicht auf damit, weh zu tun. In „Die Routinen“ lässt Son Lewandowski eine Turnerin erzählen, Amik, 2011 in Berlin Europameisterin am Schwebebalken geworden, zwölf Jahre später vor der EM in Antalya aus der Mannschaft geflogen und trotzdem mitgereist. Der Roman ist bitter, aber was er uns über unsere Zeit zu erzählen hat, ist wichtig. Und es gilt weit über die Welt des Kunstturnens und des Leistungssports hinaus.
