FAZ 16.10.2025
13:38 Uhr

(+) Buch zur Erinnerungskultur: Warum der Holocaust aus dem Gedächtnis verschwindet


Die Vernichtung der europäischen Juden stand lange nicht im Zentrum der deutschen Erinnerungskultur. Jan Gerber zeigt, wie sich das änderte – und warum die Erinnerung an den Holocaust heute erneut zu schwinden droht.

(+) Buch zur Erinnerungskultur: Warum der Holocaust aus dem Gedächtnis verschwindet

Am 27. Januar 2000, am 55. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz, unterzeichneten 56 Staaten die Stockholmer Erklärung, die sie verpflichtete, das Gedenken an die Opfer des Holocaust zu bewahren. Fünf Jahre zuvor war im Land der Täter ein „nationaler Gedenktag für die Opfer“ eingerichtet worden. Das Gedenken globalisierte sich, „Memory“ war fortan ein Wort, das ehrfurchtsvoll geflüstert wurde. Gleichzeitig setzte ein Unbehagen am staatstragenden „Gedächtnistheater“ (Y. Michal Bodemann) ein, später folgten aggressive Reden: vom „Vogelschiss in der Geschichte“ (Alexander Gauland) bis zum „Schuldkatechismus der Deutschen“ (A. Dirk Moses).

82 Jahre, mehr als tausend Namen in den Gästebüchern: Der Stammtisch der NS-Verfolgten in New York war ein Ort generationenübergreifender Freundschaft – jetzt hat er sich aufgelöst. Eine Reportage über Erinnerung und Abschied.

Am 7. Oktober filmte die Hamas ihr eigenes Massaker. Macht man sich mit den Terroristen gemein, wenn man die Aufnahmen zeigt? Der Filmwissenschaftler Tobias Ebbrecht-Hartmann widerspricht – auch wegen der Schoa.

Pier Paolo Pasolini versuchte in den 1960ern, den Marxismus durch die „furchteinflößende Kraft Christi“ zu erneuern. Nun liegen seine Dialoge mit einfachen Leuten aus ganz Italien vor. Worüber haben sie gesprochen?

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