FAZ 15.11.2025
09:02 Uhr

(+) Boris Pistorius im Gespräch: „Putin macht kein Geheimnis aus seinen imperialen Phantasien“


Gerade ist die Bundeswehr 70 Jahre alt geworden. Im Interview spricht Verteidigungsminister Boris Pistorius über die Streitkräfte der Zukunft, das Wachrütteln der zivilen Welt – und die Frage, ob Drohnen einen Krieg entscheiden können.

(+) Boris Pistorius im Gespräch: „Putin macht kein Geheimnis aus seinen imperialen Phantasien“

Danke für die Glückwünsche. Und ich muss Ihnen gleich widersprechen: Die Bundeswehr ist in einer deutlich besseren Verfassung, als es der Berichterstattung gelegentlich zu entnehmen ist. Und die Truppe ist vor allem deutlich besser aufgestellt als noch vor einigen Jahren. Wir sind auf Kurs, wir nehmen Geschwindigkeit auf. Wir haben zum Beispiel viel mehr Verträge für Waffensysteme abgeschlossen als in den Jahren zuvor. Wir haben einen klaren Plan für den Aufwuchs bei Personal und Infrastruktur. Und schon bevor der neue Wehrdienst in Kraft tritt, steigen die Bewerbungs- und Einstellungszahlen. Das macht sich im Übrigen bereits in der Truppe bemerkbar. Und ja, wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen, aber wir sind auf bestem Weg. Und wir haben uns viel vorgenommen.

Mehr Geld, eine verpflichtende Musterung und die Möglichkeit, im zweiten Schritt die Wehrpflicht zu aktivieren: Was im beschlossenen Entwurf der Wehrdienstreform steht.

Christian Freuding ist der oberste Soldat des deutschen Heeres. Im Gespräch sagt der Inspekteur: Deutschland kann durch Hingabe und Innovationen kriegstüchtig werden.

Die CDU will eine Wehrpflicht, die SPD eine Freiwilligenarmee. Ein Blick zurück zeigt: Die heutigen Gegensätze gab es schon bei der Gründung der Bundeswehr vor 70 Jahren.

Politischer Korrespondent in Berlin

Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

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