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27.02.2026
11:22 Uhr
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Gewaltregime funktionieren nicht von selbst: Sie brauchen Polizisten, Beamte, Dolmetscher, Informanten. Der Blick auf NS-Herrschaft und koloniale Systeme zeigt, warum Kollaboration oft in Grauzonen entsteht.

Historische Debatten um Begriff und Phänomen der Kollaboration gibt es seit mehr als acht Jahrzehnten. Seit einigen Monaten bilden sie neue Rhizome und kehren – auch in dieser Zeitung – in neuer Schärfe und östlich verlagert zurück. Neuen Wein in alten Schläuchen präsentieren die Arbeiten des Historikers Grzegorz Rossoliński-Liebe zur Kollaboration polnischer Bürgermeister während der deutschen Gewaltherrschaft von 1939 an. Seine Thesen zur Mitwirkung polnischer Akteure an der Verfolgung und Ermordung von Juden haben bislang keine Widerlegungen, dafür aber heftige Reaktionen ausgelöst – politische Interventionen, öffentliche Kampagnen, den Vorwurf nationaler Diffamierung.
Der Ukraine-Krieg ist für Russland nur der Auftakt zur Zerstörung der westlichen Vorherrschaft. Man wähnt sich im Überlebenskampf der russischen Zivilisation. Putins irrsinnige Pläne sollten uns erschrecken. Aber sie dürfen uns nicht lähmen.
Ist KI intelligent oder simuliert sie nur? Der Philosoph Markus Gabriel bezweifelt, dass diese Unterscheidung noch sinnvoll ist. Die „gespenstischen Subjekte“ seien längst da – und steuern, was wir für richtig halten.
Von der Pariser Kommune bis Kurdistan: Basisdemokratie entsteht fast immer im Ausnahmezustand, zeigt der Historiker Christoph Wimmer. Von den Räten könne man lernen, wie Selbstverwaltung gelingt.
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