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05.01.2026
06:45 Uhr
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Was für eine Frau verbirgt sich hinter all den Bildern, den Computerspielen und den Musikvideos? Im Bahnhof Guillemins in Lüttich geht eine opulente Ausstellung dem Mythos der Kleopatra nach.

Am Ende der mit 2000 Quadratmetern Fläche sehr umfangreich geratenen Ausstellung gibt es für die Besucher gleich zwei Gelegenheiten, die eigene Person mit Kleopatra in Beziehung zu setzen: An drei großen Monitoren sind Fragen zu beantworten, wie man sich in bestimmten Situationen, die vage an Kleopatras Lebenswelt erinnern, verhalten würde. Heraus kommt die Einstufung entweder als „Femme fatale“, als kindliche oder als starke Frau, was sich beim bisherigen Ausstellungspublikum offenbar harmonisch drittelt. Ein paar Schritte weiter dann, man ist schon kurz vor dem Museumsshop, steht dann ein Sofa bereit, samt ägyptisch inspirierten Verkleidungsutensilien, damit die Besucher nun auch optisch in die Rolle Kleopatras schlüpfen und das Foto anschließend digital verbreiten können.
Die ZDF-Verfilmung „In ewiger Freundschaft – Ein Taunuskrimi“ wirkt wie eine Abrechnung der Autorin Nele Neuhaus mit der Frankfurter Verlagswelt und dem Feuilleton. Das zieht sich über zweimal neunzig Minuten.
Ihr Werk widersetzt sich allen stilistischen Einordnungen und verschränkt Zeitschichten miteinander. Das Kunstzentrum Wiels in Brüssel widmet der in Berlin lebenden Künstlerin Nairy Baghramian eine umfassende Schau.
Alle Blicke richten sich auf Afrika, eine Performance-Bewegung entsteht – und anstelle von Protest und Widerstand zählen immersive Erlebnisse und Heilung: Was das neue Kunstjahr bringt und welche Namen man sich merken sollte.
Redakteur im Feuilleton.
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