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26.11.2025
08:35 Uhr
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Früher hörte die Öffentlichkeit auf Intellektuelle wie Noam Chomsky, heute zersplittert Amerikas Diskurs in unzählige Nischen: Substack, Podcasts, Social Media. Wer bietet in der Dauerkrise den Amerikanern noch Orientierung?

In seinem Buch „Last Best Hope“ stellte der amerikanische Journalist George Packer vor vier Jahren fest, dass seinen Landsleuten die „gemeinsame Realität“ abhandengekommen sei. Die Menschen im Lande begegneten einander als „tief unwirklich“, man treibe ohne einende Vision dahin. Die gemeinsamen Erzählungen, deren Fehlen Packer beklagte, entstanden in der Vergangenheit auch durch öffentliche, durchaus kontroverse Diskussionen, die weit über die Grenzen der Universitäten und der Medien Resonanz fanden. Beispiele waren etwa das „Ende der Geschichte“ (populär verstanden mit der amerikanischen Demokratie als „Siegerin“) oder der „amerikanische Traum“ selbst, über den immer mal wieder lebhaft diskutiert wurde. Wenn die vermeintliche Orientierungslosigkeit oder „Spaltung“ Amerikas beklagt wird, geht es auch oft um den Niedergang dieser öffentlichen Diskussionskultur.
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In „Polizei“ erzählt Laila Stieler eine Geschichte, in der die „Freunde und Helfer“ das Gegenteil dessen sind, was sie sein sollen, und sich gegen einen Unschuldigen verschwören. Für einen jungen Mann steht plötzlich die Existenz auf dem Spiel.
Feuilletonkorrespondentin in New York.
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