FAZ 14.01.2026
07:23 Uhr

(+) Aiki Mira Und unsere Zukunft: „Ich weiß nur, wir werden andere sein“


Was kommt da auf uns zu? Aiki Mira, eine der interessantesten Stimmen heutiger Science-Fiction in deutscher Sprache, spielt mit ernsten Antworten auf diese existenzielle Frage.

(+) Aiki Mira Und unsere Zukunft: „Ich weiß nur, wir werden andere sein“

In wenigen Generationen wird das große Wasser als flach schläfrige Flut dauerhaft in Hamburg wohnen. Den hanseatischen Hausboothafen überragt ein Stadion, in dem computergestützter Sport frenetisch gefeiert wird. Das zieht die Massen her: „Mehr und mehr Menschen kommen an und wollen genau wie sie über die Landungsbrücken. Auch auf dem Wasser ist der Verkehr dicht. Hybridfahrzeuge überholen kleine Fähren und Dampfer. Die meisten fahren mit Schweröl und Dieselöl, Treibstoffe, die außerhalb von Deutschland längst verboten sind.“ Die Szene erhellt die Spielstätte des Romans „Neongrau. Game Over im Neuro­substrat“ von Aiki Mira, erschienen 2022, dem im Jahr darauf ein weiterer, motivisch verwandter folgte, „Neurobiest“, worin Berlin besucht wird, genauer: eine Gemeinschaft bio­technisch Beschlagener namens „Die Unerschütterlichen“, die auf Dächern lebt: „Von hier oben sehen Sie, was Berlins Architektur so besonders macht: Chrom und Chlorophyll!“

Ein Social-Media-Trend vermischt Esoterik und Energydrinks mit rechten ­Verschwörungserzählungen. Eine linke Gegenbewegung versucht, ihn mit den eigenen ­Waffen zu bekämpfen. Geht das gut?

Zu Beginn des neuen Romans von Leïla Slimani geht eine Schriftstellerin während der Coronazeit in Paris zum Arzt, da sie plötzlich unter Gedächtnisverlust leidet. Der Arzt gibt ihr einen bestimmten Rat. Lesen Sie hier den Anfang von „Trag das Feuer weiter“.

Von Nürnberg bis Gaza: Der Jurist Christoph Safferling erzählt die Geschichte des Völkerrechts als Friedensinstrument. Seine Antwort auf die existenzielle Frage unserer Zeit ist illusionslos, aber überraschend optimistisch.

Redakteur im Feuilleton.

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