Dlf 27.11.2025
08:52 Uhr

Vor Koalitionsausschuss - Unionsführung und Junge Gruppe rufen zu Kompromissbereitschaft im Rentenstreit auf


Vor dem Treffen des Koalitionsausschusses hat Unions-Parlamentsgeschäftsführer Bilger im Rentenstreit alle Seiten zu Kompromissbereitschaft aufgerufen. Alle müssten offen dafür sein, sagte Bilger im ZDF. Dies gelte für CDU und CSU, aber auch für den Koalitionspartner SPD. Der Vorsitzende der Jungen Gruppe der Unionsfraktion, Reddig, hatte zuvor Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Vor Koalitionsausschuss - Unionsführung und Junge Gruppe rufen zu Kompromissbereitschaft im Rentenstreit auf
Er sagte im Podcast "Table Today", klar sei, dass es keine Rentenkürzungen und nach 2031 auch keine Nullrunden geben solle. Das müsse verbunden werden mit dem Ziel, die hohen Kosten in den 2030er Jahren zu reduzieren. Das könne man auch sozialverträglich hinbekommen. Man könne dabei auch über eine soziale Komponente für Menschen mit wirklich geringen Renten sprechen, betonte Reddig.

Junge Gruppe droht mit Ablehnung

Bilger erinnerte daran, dass im Rentenpaket auch die von der Union geforderte Aktivrente für Arbeiten im Alter enthalten sei. Das ab dem 1. Januar geplante Vorhaben sei wichtig, "um die Wirtschaft zu beleben", sagte der CDU-Politiker. "Deswegen gibt es schon einen gewissen Zeitdruck, dass wir in diesem Jahr zu einem Ergebnis kommen." Aus diesem Grund sei es aus seiner Sicht in der Rentendebatte auch "eher schwierig, über eine Verschiebung ins kommende Jahr zu sprechen".
Das Mitglied des Sachverständigenrats Wirtschaft, Grimm, sagte im Deutschlandfunk, es brauche Reformen, die die Finanzierbarkeit der Rente auf Dauer sicherstellten. Sonst würden im kommenden Jahrzehnt tiefere Einschnitte drohen.
Auch die OECD verweist auf große Herausforderungen für das deutsche Rentensystem. Die Autoren einer heute veröffentlichten Untersuchung empfehlen daher eine längere Lebensarbeitszeit.
Der Koalitionsausschuss kommt am Abend in Berlin zusammen. Die Koalition aus CDU/CSU und SPD ringt seit Wochen um eine Lösung in der Rentenfrage. Hintergrund ist die Drohung vor allem jüngerer Unionspolitiker, den vorliegenden Gesetzentwurf zur Stabilisierung des Rentenniveaus zu blockieren. Sie kritisieren, dass die Pläne von Sozialministerin Bas (SPD) auch über das Jahr 2031 fortwirken und damit über die Vereinbarung im Koalitionsvertrag hinausgingen - mit Zusatzkosten zulasten der jüngeren Generationen von rund 120 Milliarden Euro bis zum Jahr 2040.
Diese Nachricht wurde am 27.11.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.