In einem Post auf seinem Netzwerk "Truth Social" teilte Trump mit, es habe sich um einen großangelegten Angriff gehandelt. Dieser sei in Zusammenarbeit mit den US-Strafverfolgungsbehörden erfolgt. Trump kündigte für 17 Uhr unserer Zeit eine Pressekonferenz an.
Die ersten Agenturberichte über schwere Explosionen in Caracas kamen gegen 7 Uhr unserer Zeit, also 2 Uhr früh Ortszeit. Nach Angaben von Reportern und Bewohnern war auch Flugzeuglärm zu hören. Fotos und Videos zeigten aufsteigende Rauchwolken. Im südlichen Teil der Hauptstadt, unweit einer großen Militärbasis, fiel laut Reuters die Stromversorgung aus.
Maduro ruft Notstand aus
Die venezolanische Regierung erklärte in einer ersten Reaktion, es handle sich um einen US-Militärschlag gegen das venezolanische Territorium und die Bevölkerung. Den Angaben zufolge gab es neben Caracas auch Angriffe in den Bundesstaaten Miranda, Aragua und La Guaira. Außerdem hieß es, Präsident Maduro habe den Notstand ausgerufen und eine "Mobilisierung" der Bevölkerung angeordnet. Das war allerdings noch vor der Mitteilung von Trump, derzufolge Maduro außer Landes gebracht wurde.
"Staatsterror gegen das venezolanische Volk"
Der kubanische Präsident Díaz-Canel sprach von einem "kriminellen US-Angriff" und forderte die internationale Gemeinschaft auf, dringend darauf zu reagieren. Es handele sich um "Staatsterror gegen das mutige venezolanische Volk und gegen unser Amerika". Der kolumbianische Präsident Petro erklärte, er alarmiere die ganze Welt, dass Venezuela angegriffen wurde. Das iranische Regime sprach ebenfalls von einem US-Militärschlag, den man als Verletzung der nationalen Souveränität verurteile.
Trump drängt seit langem auf Maduros Entmachtung
Trump hatte zuletzt wiederholt von der Möglichkeit von US-Angriffen auf das venezolanische Festland gesprochen. Er drängte auch seit längerem ausdrücklich auf eine Entmachtung von Präsident Maduro. Das US-Militär griff in der Region bereits seit September immer wieder Boots an, die angeblich am Drogenhandel beteiligt sind. Dabei wurden mehr als 100 Menschen getötet. Kritiker sprechen von außergerichtlichen Tötungen und einem Verstoß gegen das Völkerrecht.
Massive Militärpräsenz der USA in der Karibik
Die US-Streitkräfte bauten zudem ihre Präsenz in der Karibik massiv aus. Unter anderem wurden zusätzliche Kampfflugzeuge und der Flugzeugträger "USS Gerald R. Ford" - begleitet von weiteren Kriegsschiffen und einem Langstreckenbomber - in die Region verlegt.
Offiziell richtet sich der gesamte Einsatz 'Südlicher Speer' ("Southern Spear") gegen den Drogenschmuggel. Allerdings gilt Venezuela nicht als Produktionsland von Drogen, sondern als Transitland - und zwar vor allem für den europäischen Markt. Nach Einschätzung von Experten ist die Streitmacht für einen Einsatz gegen Drogenschmuggler überdimensioniert.
Hinweis der Redaktion: Dieser Text wird laufend aktualisiert.
Diese Nachricht wurde am 03.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
