Dlf 03.01.2026
08:58 Uhr

Venezuela - Trump bestätigt US-Angriff: Präsident Maduro "festgenommen und ausgeflogen" - Soll in USA vor Gericht


US-Justizministerin Bondi hat angekündigt, dass der venezolanische Präsident Maduro in den USA vor Gericht gestellt werden soll.

Venezuela - Trump bestätigt US-Angriff: Präsident Maduro
Bondi teilte mit, auch Maduros Frau Cilia Flores müsse sich schon bald „der vollen Härte der amerikanischen Justiz stellen“. Gegen Maduro liegt seit 2020 eine Anklage vor, unter anderem wegen Verschwörung zum Drogenterrorismus. Zudem setzte die US-Regierung eine Art Kopfgeld auf ihn aus.
Zuvor hatte US-Präsident Trump einen Militäreinsatz der Vereinigten Staaten in Venezuela bestätigt. Dabei seien Präsident Maduro und seine Frau festgenommen und außer Landes gebracht worden. Trump kündigte für 17 Uhr deutscher Zeit eine Pressekonferenz an. Die venezolanische Regierung sowie Kolumbien, Kuba und der Iran verurteilten den Angriff.
Am Morgen hatte es zunächst Berichte über Explosionen in der Hauptstadt Caracas und anderen Landesteilen von Venezuela gegeben. Fotos und Videos zeigten aufsteigende Rauchwolken. Im südlichen Teil der Hauptstadt, unweit einer großen Militärbasis, fiel laut Reuters die Stromversorgung aus.

Regierung wirft USA Angriffe auf militärische und zivile Ziele vor

Die venezolanische Regierung teilte inzwischen mit, man wisse nicht, wo sich Maduro aufhalte. Die Regierung warf den USA einen Angriff auf zivile und militärische Einrichtungen im Land vor. Den Angaben zufolge gab es neben Caracas auch Angriffe in den Bundesstaaten Miranda, Aragua und La Guaira.
Die Regierung in Caracas hat inzwischen eine Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrats beantragt. Das erklärte Außenminister Gil im Onlinedienst Telegram.

"Staatsterror gegen das venezolanische Volk"

Der kubanische Präsident Díaz-Canel sprach mit Blick auf die Ereignisse von einem "kriminellen US-Angriff" und forderte die internationale Gemeinschaft auf, dringend darauf zu reagieren. Es handele sich um "Staatsterror gegen das mutige venezolanische Volk und gegen unser Amerika".
Der kolumbianische Präsident Petro erklärte, er alarmiere die ganze Welt, dass Venezuela angegriffen wurde. Das iranische Regime sprach ebenfalls von einem US-Militärschlag, den man als Verletzung der nationalen Souveränität verurteile.

Trump drängt seit langem auf Maduros Entmachtung

Trump hatte zuletzt wiederholt von der Möglichkeit von US-Angriffen auf das venezolanische Festland gesprochen. Er drängte auch seit längerem ausdrücklich auf eine Entmachtung von Präsident Maduro.
Das US-Militär griff in der Region bereits seit September immer wieder Boote an, die angeblich am Drogenhandel beteiligt sind. Dabei wurden mehr als 100 Menschen getötet. Kritiker sprechen von außergerichtlichen Tötungen und einem Verstoß gegen das Völkerrecht.

Massive Militärpräsenz der USA in der Karibik

Die US-Streitkräfte bauten zudem ihre Präsenz in der Karibik massiv aus. Unter anderem wurden zusätzliche Kampfflugzeuge und der Flugzeugträger "USS Gerald R. Ford" - begleitet von weiteren Kriegsschiffen und einem Langstreckenbomber - in die Region verlegt.
Offiziell richtet sich der gesamte Einsatz 'Südlicher Speer' ("Southern Spear") gegen den Drogenschmuggel. Allerdings gilt Venezuela nicht als Produktionsland von Drogen, sondern als Transitland - und zwar vor allem für den europäischen Markt. Nach Einschätzung von Experten ist die Streitmacht für einen Einsatz gegen Drogenschmuggler überdimensioniert. 

Weiterführende Informationen

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Diese Nachricht wurde am 03.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.