In ersten Agenturberichten am Morgen war die Rede von mehreren schweren Explosionen, die sich gegen 2 Uhr Ortszeit (7 Uhr MEZ) in Caracas ereigneten. Außerdem war nach Angaben von Reportern und Bewohnern auch Flugzeuglärm zu hören. Fotos und Videos zeigen aufsteigende Rauchwolken. Im südlichen Teil der Hauptstadt, unweit einer großen Militärbasis, fiel laut Reuters die Stromversorgung aus.
Maduro ruft Notstand aus
Die venezolanische Regierung erklärte in einer ersten Reaktion, es handle sich um einen US-Militärschlag gegen das venezolanische Territorium und die Bevölkerung. Den Angaben zufolge gab es neben Caracas auch Angriffe in den Bundesstaaten Miranda, Aragua und La Guaira. Präsident Maduro rief den Notstand aus und ordnete zudem eine "Mobilisierung" der Bevölkerung an. Der kolumbianische Präsident Petro erklärte, er alarmiere die ganze Welt, dass Venezuela angegriffen wurde. Das iranische Regime sprach ebenfalls von einem US-Militärschlag, den man verurteile.
US-Medien gehen von Angriff der Vereinigten Staaten auf Venezuela aus
Aus den USA liegt noch keine offizielle Stellungnahme vor, weder vom Weißen Haus noch vom Verteidigungsministerium. Allerdings melden die Sender CBS und Fox News, die USA hätten Ziele in Venezuela angegriffen. Ähnliches berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen amentlich nicht genannten US-Vertreter. CBS betont unter Berufung auf "US-Vertreter", dass Präsident Trump die Angriffe angeordnet habe. Ziel sollten unter anderem Militäreinrichtungen sein.
Trump drängt seit langem auf Maduros Entmachtung
Trump hatte zuletzt wiederholt von der Möglichkeit von US-Angriffen auf das venezolanische Festland gesprochen. Er drängt seit längerem auf eine Entmachtung von Präsident Maduro. Das US-Militär greift in der Region zudem seit September immer wieder Schiffe an, die angeblich am Drogenhandel beteiligt sind. Dabei wurden inzwischen mehr als 100 Menschen getötet. Kritiker sprechen von außergerichtlichen Tötungen und einem Verstoß gegen das Völkerrecht.
Massive Militärpräsenz der USA in der Karibik
Die US-Streitkräfte haben zudem ihre Präsenz in der Karibik massiv ausgebaut. Unter anderem wurden zusätzliche Kampfflugzeuge und der Flugzeugträger "USS Gerald R. Ford" - begleitet von weiteren Kriegsschiffen und einem Langstreckenbomber - in die Region verlegt.
Offiziell richtet sich der gesamte Einsatz 'Südlicher Speer' ("Southern Spear") gegen den Drogenschmuggel. Allerdings gilt Venezuela nicht als Produktionsland von Drogen, sondern als Transitland - und zwar vor allem für den europäischen Markt. Nach Einschätzung von Experten ist die Streitmacht für einen Einsatz gegen Drogenschmuggler überdimensioniert.
(Hinweis der Redaktion: Dieser Text wird laufend aktualisiert.)
Diese Nachricht wurde am 03.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
