Dlf 26.12.2025
09:48 Uhr

Ukraine-Krieg - Selenskyj kündigt Treffen mit Trump am Sonntag an - Russland will Dialog mit USA fortsetzen


Der ukrainische Präsident Selenskyj wird US-Präsident Trump am Sonntag in dessen Anwesen Mar-a-Lago in Florida treffen. Er ⁠plane, mit ihm über ‌Sicherheitsgarantien und Gebietsfragen zu sprechen, sagte Selenskyj in Kiew. Unterdessen ist der russische Präsident Putin Berichten zufolge bereit zu einem Gebietstausch, fordert aber weiter die ganze Donbass-Region.

Ukraine-Krieg - Selenskyj kündigt Treffen mit Trump am Sonntag an - Russland will Dialog mit USA fortsetzen
Selenskyj erklärte, er wolle mit Trump auch über zusätzlichen Druck auf Russland sprechen. Am Donnerstag hatte sich der ukrainische Präsident mit den US-Vertretern Witkoff und Kushner ausgetauscht. Man habe gemeinsam neue Ideen entwickelt, wie man einen dauerhaften Frieden erreichen könne, erklärte er nach dem rund einstündigen Telefonat. Seine Regierung arbeite rund um die Uhr daran, das Ende des Krieges näher zu bringen und sicherzustellen, dass alle Schritte "realistisch, wirksam und zuverlässig" seien. Details nannte er nicht.

Dialog zwischen Russland und USA soll fortgesetzt werden - "Kommersant": Putin beharrt auf Übernahme des Donbass

Der russische Präsident Putin hat seinen ⁠außenpolitischen Berater ‌Uschakow angewiesen, mit Vertretern der US-Regierung zu sprechen. Zuvor habe Moskau US-Vorschläge für ein mögliches Friedensabkommen für die Ukraine erhalten, teilte der Kreml mit. Man habe mit den USA vereinbart, den Dialog fortzusetzen, sagte Sprecher Peskow.
Derweil berichtet die russische Zeitung "Kommersant", Putin sei grundsätzlich zu einem Austausch von Gebieten bereit, beharre aber weiterhin auf einer vollständigen Übernahme des Donbass. Für das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja wird demnach eine gemeinsame russisch-amerikanische ​Verwaltung diskutiert.

Selenskyj stellt 20-Punkte-Plan vor

Seit Bekanntwerden eines 28-Punkte-Plans der US-Regierung, der nahezu nur russischen Forderungen entsprach, verhandeln europäische Staats- und Regierungschefs an der Seite der Ukraine, um das Land zu unterstützen. Am Mittwoch hatte Selenskyj die überarbeitete Version eines Friedensplans in 20 Punkten vorgestellt und betont, dass es in einigen Bereichen noch Gesprächsbedarf gebe. Insbesondere die Frage nach möglichen Gebietsabtretungen der Ukraine ist äußerst umstritten.
Die russische Regierung warf Kiew vor, die Gespräche über den US-Plan für ein Ende des Krieges "torpedieren" zu wollen. Die von der Ukraine vorgelegte überarbeitete Version des US-Plans sei "radikal anders" als der Text, über den Moskau mit Washington verhandelt habe, sagte der russische Vize-Außenminister Rjabkow im russischen Fernsehen.
Diese Nachricht wurde am 26.12.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.