Die USA seien zurück und größer, besser, wohlhabender und stärker als je zuvor. Dies sei das goldene Zeitalter Amerikas, sagte Trump in seiner fast zweistündigen Ansprache vor dem Kongress. Er betonte, dass der Wandel permanent sei und behauptete mehrfach, dass sich das Land unter seinem Vorgänger Biden in einem desolaten Zustand befunden habe. Schwerpunkte der Rede waren unter anderem die Wirtschaft und die Einwanderung. Trump warf den Demokraten erneut Wahlbetrug vor und drohte dem Iran indirekt mit militärischem Eingreifen, sollte es keine diplomatische Lösung in der Atomfrage geben.
Demokraten zeichnen düsteres Bild
Vertreter der Opposition stellten der US-Regierung ein verheerendes Zeugnis aus. Der Minderheitsführer im US-Senat, Schumer, erklärte, die Realität unter "Trump 2.0" lasse sich mit drei Wörtern zusammenfassen: "Kosten, Chaos, Korruption". Zwischen Trumps Darstellung und dem Alltag der US-Bürgerinnen und Bürger lägen Welten.
Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, warf Trump vor, die Zwischenwahlen im Herbst sabotieren zu wollen. Der Präsident wisse, "dass er eine Klatsche bekommen wird, dass er bei diesen Zwischenwahlen zermalmt werden wird", sagte Newsom.
Politikberater Werz: "Republikanische Partei steht geschlossen hinter Trump"
Die Rede wurde von Sprechchören der Republikaner im Kongress begleitet, die sich immer wieder applaudierend von ihren Sitzen erhoben. Nach Ansicht des Politikberaters Michael Werz steht die Republikanische Partei mehr oder weniger geschlossen hinter US-Präsident Trump. Das habe dessen Rede eindrucksvoll bewiesen, sagte Werz, der für das Council on Foreign Relations die Politik der USA beobachtet, im Deutschlandfunk. Bei den von Trump angesprochenen Themen wie Einwanderung und Wirtschaft habe es seitens der Republikaner stehende Ovationen gegeben. Wenn Trump sich als alleiniger Retter der USA beschrieben habe, sei in den Reihen der republikanischen Abgeordneten tosender Applaus ausgebrochen.
Trump habe bei weitem seinen Zenit noch nicht überschritten, meinte Werz. Gleichwohl scheine der Präsident Angst vor den Zwischenwahlen im Herbst zu haben, die als wichtiger Stimmungstest für den Präsidenten gelten. Daher habe Trump kaum konkret über seine Politik gesprochen. Die Rede sei in erster Linie der Versuch gewesen, die kulturelle und nationalistische Tradition der USA neu zu definieren, erklärte Werz.
Diese Nachricht wurde am 25.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
